Kinderwunsch

Betreuung und Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch

Reproduktionsmedizin, Erfüllung des Kinderwunsches

Seit 1997 ist unsere Praxis in der Repro­duk­ti­ons­me­dizin tätig und hat 1998 im Labor Viollier das erste “Viollier-Baby” bis zur Geburt betreut. Unser Anliegen ist die ganzheit­liche Abklä­rung, Betreuung und erfolg­reiche Therapie des Kinder­wun­sches. Dr. med. Andreas Koller und Dr. med. Brigitte Vogel nehmen sich gerne, meist am Ende der Sprech­stunde abends, Zeit für Bespre­chungen zu Abklä­rung der bishe­rigen Kinder­lo­sig­keit. Dabei werden Ihnen die Möglich­keiten der Therapie, welche in unserer Praxis durch­ge­führt werden, erklärt:

  • Geschlechts­ver­kehr­ti­ming im natür­li­chen oder sanft stimu­lierten Zyklus
  • Insemi­na­tion im natür­li­chen oder sanft stimu­lierten Zyklus
  • In vitro Ferti­li­sa­tion (IVF)
  • Intra­zy­to­plas­ma­ti­sche Spermain­jek­tion (ICSI)
  • Hoden­bi­opsie (TESA: Testi­ku­läre Sperma­ex­trak­tion) bei fehlenden Spermien oder extrem tiefer Spermi­en­zahl im Samen­er­guss

Wir arbeiten eng mit spezia­li­sierten Urologen, Hormon­s­pe­zia­listen und für spezi­elle Fälle auch mit auslän­di­schen Zentren zusammen. In unserer Praxis steht Ihnen unsere ganzheit­liche, indivi­du­elle Behand­lung und das gesamte Spektrum der modernen Fortpflan­zungs­me­dizin auf höchstem Niveau zur Verfü­gung inkl. dem Labor Viollier als erstes zerti­fi­ziertes Repro­duk­ti­ons­me­di­zin­labor der Schweiz.

Jedes sechste Paar bleibt ungewollt kinderlos. Meist finden sich die Ursachen bei Mann und Frau, weshalb es wichtig ist, dass beide Partner für die Abklä­rungen einbe­zogen werden. Der Leidens­druck ist gross, da das Kinder­kriegen die „natür­lichste Sache“ der Welt ist und weil die Kinder­lo­sig­keit in der Gesell­schaft und auch bei den Kranken­kassen oft keinen Krank­heits­wert hat. Die Paare leiden oft still vor sich hin und häufig kommt es zu einer depres­siven Lebens­ent­wick­lung und zu Paarkon­flikten.

Dank der modernen medizi­ni­schen Methoden in Kombi­na­tion mit der Natur­me­dizin und der psycho­lo­gi­schen Unter­stüt­zung kann hier unsere Praxis helfen. Die Basis­ab­klä­rung bei Mann und Frau ist kurz und effektiv innert 1 Woche möglich (Hormon­ana­lysen, Energie­mes­sungen wie z.B. Elektro­smog, Ultra­schall für die Eilei­ter­prü­fungen, Spermi­en­un­ter­su­chungen, TCM und vieles mehr).

Das Thera­pie­an­gebot umfasst die natür­li­chen und psycho­lo­gi­schen Unter­stüt­zungen bis hin zur Hightech­me­dizin mit In-vitro-Fertilisation (oder heute meist ICSI-Therapie). Dabei finden sämtliche Thera­pien bei uns statt und für die Befruch­tung kommen unsere Ärzte in ein hochspe­zia­li­siertes Labor, damit Sie den Vorteil der persön­li­chen Betreuung haben. Der praxis­ei­gene Opera­ti­ons­saal, in dem wir Eier absaugen, wirkt beruhi­gend und reduziert den Stress im Vergleich zur Therapie im Spital. Mit grosser Freude betreuen wir Sie während der Schwan­ger­schaft und Geburt persön­lich weiter.

Gerne können Sie persön­lich, telefo­nisch oder per Mail einen Termin verein­baren.

Melden Sie sich dazu unter +41 (0)61 765 92 20 oder termine@isisosiris.ch

Dr. med. Andreas Koller
Facharzt für Gynäko­logie und Geburts­hilfe, speziell Repro­duk­ti­ons­me­dizin, Akupunktur, TCM

Leitender Arzt, Mitglied der Geschäfts­lei­tung

Dr. med. Brigitte Vogel
Fachärztin für Gynäko­logie und Geburts­hilfe

Die repro­duk­ti­ons­me­di­zi­ni­schen Abklä­rungen und Behand­lungen sind aufwendig und auch teuer. Die Kranken­kassen zahlen häufig nur bedingt die Kosten. Die Massnahmen verlangen beson­dere Anfor­de­rungen an die Quali­fi­ka­tion der Ärztinnen und Ärzte und auch an das Labor. Ferner bestehen auch gesetz­liche Vorschriften (Repro­duk­ti­ons­me­di­zin­ge­setz aus dem Jahr 2001). Während der Behand­lung sollten Sie sich wohl und gut aufge­hoben fühlen. Unser Ziel ist es, Ihnen bei der Verwirk­li­chung Ihres Wunsches nach einem gesunden Kind zu helfen. Sprechen Sie Fragen offen an. Wir wünschen Ihnen einen guten und erfolg­rei­chen Behand­lungs­ver­lauf.

Folgende Behand­lungs­me­thoden können zur Verbes­se­rung der Erfolgs­chance in unserem Zentrum zusätz­lich zur Anwen­dung kommen:
–      Kryokon­ser­vie­rung von Eizellen im Zygoten-Stadium
–      Kryokon­ser­vie­rung von Sperma und Hoden­ge­webe
–      Assisted-Hatching
–      Tradi­tio­nelle chine­si­sche Medizin (TCM) und Akupunktur

Die tradi­tio­nelle chine­si­sche Medizin hat vor allem die Möglich­keit, den durch Abklä­rung und Therapie erzeugten Stress zu reduzieren und auch durch die jahrtau­send alte Erfah­rung die Frucht­bar­keits­chancen zu erhöhen. Die Kombi­na­tion von moderner Repro­duk­ti­ons­me­dizin mit der tradi­tio­nellen chine­si­schen Medizin ist sehr sinnvoll und muss indivi­duell bespro­chen werden.

Vor Behand­lungs­be­ginn muss aus gesetz­li­chen und medizi­ni­schen Gründen ein Beratungs­ge­spräch mit dem Paar statt­finden. Alle Schritte und auch die Termine werden bespro­chen. Bei Unklar­heiten oder Unsicher­heiten können Sie immer Rücksprache mit Dr. med. Andreas Koller und Dr. med. Brigitte Vogel via Notfall­nummer +41 (0)61 261 15 15 nehmen (auch nachts, an Wochen­enden und Feier­tagen).

Für den Behand­lungs­plan wird ein indivi­du­eller Ablauf erstellt, in dem die Medika­mente und auch die Ultraschall- und Hormon-untersuchungen festge­legt werden. Häufig wissen wir auch schon im Voraus, wann der Embryo­transfer und die Folli­kel­punk­tion (Ei absaugen) statt­findet. Die Folli­kel­punk­tion kann mit der Anästhe­sie­be­treuung im Labor Viollier vorge­nommen werden. Für die Anästhesie füllen Sie einen spezi­ellen Frage­bogen aus. Durch die anästhe­sio­lo­gi­sche Betreuung werden Sie keine Schmerzen verspüren. Der Embryo­transfer wird in der Regel 25 Tage nach dem Eiabsaugen durch­ge­führt. Dieser benötigt keine Anästhesie und ist in der Regel schmerzlos. Danach können Sie sich normal verhalten (wie eine Neuschwan­gere).

Spätes­tens bei Beginn der Behand­lung muss die Einverständnis-Erklärung (gesetz­liche Grund­lagen) über medizi­ni­sche, finan­zi­elle und psycho­lo­gi­sche Beson­der­heiten von beiden Partner unter­schrieben sein. Wichtig ist auch eine gynäko­lo­gi­sche und allge­mein medizi­ni­sche Vorun­ter­su­chung im Rahmen der medizi­ni­schen Empfeh­lung.

Für unsere Patienten haben wir einen Parkplatz direkt vor der Praxis oder in der blauen Zone in der Altstadt. Unsere indivi­du­elle Betreuung ermög­licht verschie­dene Terminarten. Wir werden diese Termine bereits vor der Behand­lung festlegen und achten auch auf die beruf­liche und persön­liche Situa­tion (z. B. Folli­kel­mes­sungen an Randzeiten). In der Regel werden Sie durch Dr. Andreas Koller  und Dr. med. Brigitte Vogel betreut. In Ausnah­me­fällen im Falle von Stell­ver­tre­tungen werden wir den Praxis­partner bzw. die Praxis­part­nerin zu gegebener Zeit vorstellen. Für die Paarge­spräche wird ein gross­zü­giger Zeitrahmen in der Regel abends am Ende der Sprech­stunde gewährt. Wir sind bemüht, die Warte­zeiten möglichst kurz zu halten. Telefo­nisch sind wir während den Praxis­öff­nungs­zeiten am Montag und Donnerstag von 07.45 – 19.00 Uhr, am Dienstag, Mittwoch und Freitag von 07.45 – 17.00 Uhr und immer am 1. Samstag im Monat von 08.00 – 12.00 Uhr unter 061 765 92 20 erreichbar. Ausser­halb dieser Praxis­te­le­fon­zeit können Sie uns immer über die Notfall­nummer 061 261 15 15 errei­chen. Im Falle von Unklar­heiten ist es immer wichtig, anzurufen, auch wenn diese Unsicher­heit auf einen Sonntag fällt.

Machen Sie während der Behand­lung und nach der Therapie keine extremen Sport­an­stren­gungen (z.B. Triathlon), Rauchen Sie nicht und trinken Sie möglichst keinen Alkohol. Falls Sie Medika­mente brauchen, fragen Sie immer, ob das entspre­chende Produkt sich nicht störend für die Schwan­ger­schaft und das Kind auswirkt.

Vor Beginn einer ICSI oder IVF-Therapie muss ein aktuelles Spermio­gramm und auch von beiden Partner eine aktuelle Infekt­se­ro­logie (Hepatitis B und C sowie HIV) vorliegen. Diese Resul­tate dürfen aus Qualitäts- und Sicher­heits­gründen nicht älter als 3 Monate alt sein.

Obwohl wir sämtliche Thera­pien anbieten, ist es uns ein Anliegen, mit möglichst einfa­chen und natür­li­chen Methoden eine Schwan­ger­schaft zu errei­chen. Manchmal reichen schon Tipps für den Geschlechts­ver­kehr, das Vermeiden von Umwelt­be­las­tungen oder eine Korrektur von kleinen Störungen wie Eisen­mangel oder Schilddrüsenhormon-Einstellung. Zur Steige­rung der Frucht­bar­keit sowie zur Stress­ver­min­de­rung empfehlen wir beglei­tende Thera­pien wie chine­si­sche Kräuter­me­dizin, Akupunktur und psychol­gi­sche Unter­stüt­zung und Beglei­tung durch unsere Psycho­login Cathe­rine Engel­hardt. Auch bei diesen alter­na­tiven Behand­lungs­me­thoden ist es uns wichtig, dass Sie eine für Sie geeig­nete Methode anwenden und selbst mitbe­stimmen können.

Falls keine Schwan­ger­schaft eintritt wird stufen­weise vorge­gangen:

  • Geschlechts­ver­kehr­ti­ming
  • Insemi­na­tion
  • Behand­lung einer allfällig vorhan­denen Endome­triose bis hin zur in vitro Ferti­li­sa­tion
  • intra­zy­to­plas­ma­ti­sche Spermain­jek­tion (ICSI) oder
  • TESE/MESA (Hoden­ge­web­s­ent­nahme)

Falls eine in vitro Ferti­li­sa­tion (IVF) oder zytoplas­ma­ti­sche Spermain­jek­tion (ICSI) oder MESE/TESA nötig ist, arbeiten wir mit dem Steri­li­täts­labor von Viollier AG in Basel zusammen. Die Teamlei­terin, Frau Véronique Cottin (Tel.: +41 (0)61 317 59 05, gibt Ihnen auf Anfrage gerne einen Termin für einen Rundgang, damit Sie in Ruhe einen Einblick in die Arbeits­weise dieses high Techge­bietes der Repro­duk­ti­ons­me­dizin Einblick nehmen können.

Hormo­nelle Stimu­la­tion
Für eine Insemi­na­tion (Einbringen von Spermien in die Eileiter) oder eine IVF/ICSI-Therapie wird häufig eine Stimu­la­tion mit tägli­chen Spritzen unter die Haut empfohlen. Die Präpa­rate enthalten die beiden Hormone LH (lutein­sie­rendes Hormon) und FSH (folli­kel­sti­mu­lie­rendes Hormon). Ein- bis zweimal während der ca. zwölf­tä­gigen Stimu­la­tion wird mittels Ultra­schall das Wachstum der Folli­kel­bläs­chen in den Eierstö­cken kontrol­liert.

Embryo­transfer
Meistens wachsen im Nährme­dium Embryonen. Für den Transfer dürfen maximal 3 befruch­tete Eizellen in die Gebär­mutter übertragen werden. Dieser Embryo­transfer erfolgt schmerzlos ohne Narkose mit einem dünnen Katheter. Der Embryo­transfer erfolgt immer durch uns persön­lich im Spezi­al­labor von Viollier AG in Basel.

Gelbkör­per­phase 2. Zyklus­hälfte
Während den 14 Tagen Warte­zeit ist es wichtig, dass Sie nicht zu fest angespannt oder inner­lich unruhig sind. Sie können sich körper­lich wie gewohnt verhalten, sollten aber starke Tempe­ra­tur­er­hö­hungen oder Kreis­lauf­be­las­tungen (heisse Bäder, extreme Sport­ak­ti­vität) vermeiden. Häufig wird nach dem Embryo­transfer für die ersten 3 Schwan­ger­schafts­mo­nate Proges­teron und/oder Östro­gene gegeben. 1 Woche nach positivem Schwan­ger­schafts­test können wir in einer Ultra­schall­un­ter­su­chung feststellen, ob die Schwan­ger­schaft gut wächst oder ob es Zwillinge (ca. 10% der Schwan­ger­schaften) sind.

Insemi­na­tion
Die Insemi­na­tion wird durch­ge­führt, wenn die Anzahl oder die Beweg­lich­keit der Spermien einge­schränkt sind. Falls weniger als 5% der Spermien normal geformt sind, oder die Gesamt­zahl der Spermien unter 1 Million liegt, ist eine Insemi­na­tion nicht mehr erfolgs­ver­spre­chend. Die Spermien werden zum verein­barten Zeitpunkt in der Praxis aufbe­reitet und danach mit einem weichen Schlauch schmerzlos in die Eileiter gespritzt. Nach 14 Tagen kann dann ein Schwan­ger­schafts­test durch­ge­führt werden. In dieser Phase werden wir die Gelbkör­per­hor­mone und Vitamine empfehlen. Obwohl Sie gespannt sind und das Resultat des Schwan­ger­schafts­testes kaum abwarten können, ist Gelas­sen­heit sehr wichtig. Diese lässt sich nicht durch Medika­mente verschreiben. Die tradi­tio­nelle chine­si­sche Medizin und die pyscho­lo­gi­sche Unter­stüt­zung durch Frau Cathe­rine Engel­hardt sowie die persön­liche Betreuung durch Dr. med. Andreas Koller und Dr. med. Brigitte Vogel geben Ihnen eine wertvolle persön­liche Unter­stüt­zung.

Wenn die Eileiter geschä­digt sind oder eine Endome­triose vorliegt sowie auch bei starker Einschrän­kung der Zeugungs­fä­hig­keit des Mannes wird diese Methode empfohlen. Die Befruch­tung erfolgt ausser­halb des Körpers der Frau. Die Ei- und Samen­zellen werden in einer Glasschale zusam­men­ge­führt. Nach der Befruch­tung wird der Embryo oder die Embryonen mit einem dünnen Katheter in die Gebär­mutter zurück­ge­geben. Die Eierstöcke werden mit der hormo­nellen Stimu­la­tion zur Reifung mehrerer Eizellen angeregt. Dabei ist die Dosie­rung höher als für eine Insemi­na­tion. Mit Hilfe des Ultra­schalls und einer feinen Nadel werden die Eizellen mit einer leichten Narkose in der Praxis entnommen. Im Labor werden dann die Eizellen aus der Nährflüs­sig­keit entnommen und mit den Spermien befruchtet. Erfolgs­rate “baby take home rate” liegt bei 20 – 25%.

Die intra­zy­to­plas­ma­ti­sche Spermain­jek­tion (ICSI) ist heute die meist angewandte Methode, da sie beson­ders erfolg­reich ist. Mit einem spezi­ellen Mikro­skop wird ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle einge­bracht. Falls überhaupt keine Spermien im Samen­er­guss vorhanden sind (Samen­lei­ter­ver­schluss, Tumor­o­pe­ra­tionen) können befruch­tungs­fä­hige Spermien im Nebenhoden oder Hoden mittels einer kleinen Gewebe­ent­nahme in oberfläch­li­cher Anästhesie entnommen werden. Dabei finden sich noch in bis zu 75% der Fälle Spermien, welche für eine ICSI-Therapie verwendet werden können.

Die Frauen schätzen es sehr, dass die Eizel­l­ent­nahme (Folli­kel­punk­tion) im vertrauten Praxis­rahmen mit dem bekannten Personal statt­findet. Auch die Betreuung im Labor erfolgt indivi­duell und wir können gut auf Ihre persön­li­chen Probleme und Wünsche eingehen. Eine Stell­ver­tre­tung ist nur ganz selten in Ausnah­me­si­tua­tionen nötig und wir legen sehr viel Wert auf die persön­liche Betreuung und Beglei­tung. Sämtliche Resul­tate (die negativen sowie auch die positiven) werden durch uns persön­lich mitge­teilt. In spezi­ellen Situa­tionen kann eine psycho­lo­gi­sche Begleit­the­rapie oder eine Paarthe­rapie sinnvoll sein. Frau Cathe­rine Engel­hardt ist in unserer Praxis dafür spezia­li­siert.

Falls der Kinder­wunsch nicht erfüllt werden kann, beraten wir Sie auch gerne über die Möglich­keiten der Spender­sa­men­the­rapie (hetero­loge Insemi­na­tion, AID). Auch das Thema der Adoption kann von Beginn weg mitein­be­zogen werden, da die Geset­zes­lage (2 Jahre Heirat, das Paar darf maximal 38 Jahre älter sein als das adoptierte Kind) sowie die langen Warte­fristen das Vorgehen beein­flussen. Oft empfehlen wir bei vorzei­tigen Wechsel­jahren der Frau eine Eizell­spende im Ausland, welche meist erfolg­reich zur gewünschten Schwan­ger­schaft verhilft.

Falls der voran­ge­gan­gene Versuch leider nicht zu einer Schwan­ger­schaft geführt hat oder falls Sie sich ein weiteres Kind wünschen, kann mit einem sog. Auftau­zy­klus (Kryozy­klus) ein erneuter Versuch gemacht werden. Der Aufwand für einen Auftau­zy­klus ist für die Frau wesent­lich geringer als ein sog. Frisch­zy­klus. Insbe­son­dere ist keine Hormon­sti­mu­la­tion nötig und auch das Eierab­saugen (Folli­kel­punk­tion) braucht es nicht. Im Auftau­zy­klus ist beim Mann überhaupt keine Therapie mehr nötig.

Der Auftau­zy­klus kann in einem natür­li­chen Zyklus erfolgen. Dabei wird mit einer Ultra­schall­kon­trolle die Eisprung­zeit ermit­telt und der Embryo oder die Embryonen 2 Tage später einge­setzt (Embryo­transfer). Gemäss einer gossen Unter­su­chung ist die Schwan­ger­schafts­rate bzw. die baby take home rate beim sog. künst­li­chen Zyklus mit den natür­li­chen Hormonen Östrogen und Gelbkör­per­hormon erhöht. Wegen den besseren Erfolgen empfehlen wir deshalb meistens einen künst­li­chen Zyklus, in dem die Frau während 2 Wochen Östro­gene und nach dem Embryo­transfer zusätz­lich Gelbkör­per­hor­mone bekommt. Bei Eintritt der Schwan­ger­schaft wird die Therapie bis Ende dritter Monat weiter­ge­führt.

Die Erfolge und die Möglich­keiten der modernen repro­duk­ti­ons­me­di­zi­ni­schen Methoden in vitro Ferti­li­sa­tion und ICSI-Therapie sind oft sehr erfolg­reich und können auch bei schwerer Einschrän­kung der Frucht­bar­keit zu einem Kind verhelfen. Wie bei allen medizi­ni­schen Methoden besteht aber die Gefahr, dass der Mensch nicht mehr als Ganzes gesehen wird und das die Therapie sehr belas­tend sein kann (oft ist der psychi­sche Leidens­druck mit den Warte­zeiten, der Anspan­nung und der Enttäu­schung grösser als die körper­li­chen Beschwerden durch die tägli­chen Spritzen). Seit 1987 beschäf­tigt sich Dr. med. Andreas Koller mit Akupunktur und Kräuter­me­dizin (TCM) und hat dabei auch viele positive Berichte und Erfah­rungen zum Erfüllen des Kinder­wun­sches mit diesen Methoden. Nach langjäh­riger Erfah­rung und Arbeit mit den Kinder­wun­sch­paaren kommt Dr. med. Andreas Koller immer mehr zum Schluss, dass die Kombi­na­tion beider Methoden die besten Resul­tate bezüg­lich „baby take home rate” ergibt und dass sich bei einer zusätz­li­chen Anwen­dung von Kräuter­me­dizin oder Akupunktur die Behan­delten besser fühlen und den Stress der schul­me­di­zi­ni­schen Therapie besser ertragen. In einer Studi­en­ar­beit 1994 an der Universitäts-Frauenklinik Basel, konnte Dr. med. Andreas Koller bei den Männern Akupunktur anwenden und die Resul­tate an einem inter­na­tio­nalen Kongress vorstellen. Durch das Studium an der Peking Univer­sität mit dem Master Degree-Abschluss für Kräuter­me­dizin hat Dr. med. Andreas Koller regel­mäs­sige Kontakte mit den Profes­soren der Gynäko­logie und Andro­logie (Männer­ärzte). Eine grosse Unter­su­chung aus Peking hat gezeigt, dass bei einer zusätz­li­chen Kräuter­the­rapie der Männer die „baby take home rate” bei der ICSI-Therpaie von 35 auf 47% gestei­gert werden kann.

Während den Abklä­rungen und Bespre­chungen mache ich auf die Möglich­keit der Akupunktur und der chine­si­schen Kräuter­me­dizin aufmerksam. Bei starken Verspan­nungen bzw. innerer Unruhe oder Nervo­sität kann die Entspan­nungs­the­rapie nach Trager auch sehr sinnvoll sein. Die alter­na­tiven Thera­pien werden in der Praxis angeboten und sind natür­lich freiwillig. Durch die Kontroll- und Behand­lungs­ter­mine bei der IVF/ICSI-Therapie können die Akupunk­tur­ter­mine häufig kombi­niert werden, sodass keine zusätz­li­chen Konsul­ta­tionen entstehen. Auch die kräuter­me­di­zi­ni­schen Verord­nung ist für die Patienten kein Mehrauf­wand bezüg­lich Konsul­ta­tionen.

Die Kosten dieser Thera­pien werden je nach Indika­tion in der Grund- / oder der Zusatz­ver­si­che­rung von den Kranken­kassen bezahlt. Für Menschen mit „Nadelangst” wird die Akupunktur auch mit den schmerz­freien Laser­licht­na­deln angewandt.

Anläss­lich des Erstge­sprä­ches werden wir Ihnen aufgrund Ihrer spezi­ellen, indivi­du­ellen Konstel­la­tion (Alter, Spermaqua­lität, Eierstock-reserve und anderes) die Chancen für die sog. Baby take home rate (Geburt einw gesunden Kindes) erklären. Nach dem 40. Lebens­jahr der Frau sinken die Chancen und in der Regel behan­deln wir nur Frauen bis zum 43. Lebens­jahr. Bei spezi­ellen Indika­tionen kann auch ein sog. Blasto­zys­ten­transfer durch­ge­führt werden. Aller­dings sehen wir zurzeit keinen überzeu­genden Grund generell Blasto­zys­ten­trans­fers durch­zu­führen.

Zur Steige­rung der Schwan­ger­schafts­rate, hat sich heraus­ge­stellt, dass eine gute Gelbkör­per­un­ter­stüt­zung wichtig ist. In der Regel geben wir 1 x täglich 1 Gelbkör­per­schei­dengel (Crinone) oder 3 x täglich eine Schei­den­ta­blete (Utroge­stan 200 mg). Zusätz­lich kann es sinnvoll sein, täglich eine Spritze mit Gelbkör­per­hormon unter die Haut anzuwenden. Anläss­lich der Insemi­na­tion bzw. des Embryo­trans­fers werden wir Ihnen die genauen Instruk­tionen für die Unter­stüt­zung der Gelbkör­per­phase sowie auch die Medika­mente geben.

Bei der Insemi­na­tion kommt es je nach Spermaqua­lität und Anzahl der Eizellen kommt es in bis zu 20% der Thera­pien zu einer Schwan­ger­schaft. Bei der IVFTherapie liegt die Schwan­ger­schafts­rate etwa bei 25% und bei der ICSITherapie etwa bei 35%. Durch die Kombi­na­tion mit den bekannten frucht­bar­keits­för­dernden Methoden der tradi­tio­nellen chine­si­schen Medizin kann diese „baby take home rate” gemäss grossen Studien gestei­gert werden (unabhängig von der angewandten Therapie).

Falls es nach 3 Insemi­na­tionen nicht zur Schwan­ger­schaft kommt, wird in der Regel eine IVF- oder ICSI-Therapie empfohlen. Falls es nach dem ersten IVF/ICSI-Versuch nicht geklappt hat, werden noch maximal 2 weitere Thera­pien empfohlen. Wenn alle Thera­pie­mög­lich­keiten ausge­schöpft werden, kommt es bei 80% der behan­delten Paare zu einem Kind.

Durch innere Verspan­nung oder einem hohen Erwar­tungs­druck kann ein Teufels­kreis­lauf entstehen, wo auch die besten Thera­pien nicht zur erhofften Schwan­ger­schaft führen. Es ist deshalb wichtig, sich während der ganzen Kinder­wunsch­the­rapie auch die Möglich­keit eines Lebens ohne Kind in Betracht zu ziehen. Durch Geduld, Gelas­sen­heit und den Versuch, das Ergebnis der Behand­lung in jedem Fall zu akzep­tieren kann dieser Teufels­kreis­lauf der psychi­schen Verspan­nung verhin­dert werden.

Wichtige Ratschläge während der Therapie
Ernähren Sie sich gesund und ausge­wogen und geniessen Sie nur massvoll Alkohol. Das Rauchen sollten Sie reduzieren oder am besten gleich ganz aufhören. Entspan­nungs­übungen und ein guter Schlaf sowie ein erfülltes Sexual­leben können sich auch positiv auf einer Schwan­ger­schaft auswirken.

Viele Schwan­ger­schaften enden früh, bevor sie festge­stellt werden. Dabei kommt es zu Problemen der Einnis­tung bzw. bei der komplexen Frühent­wick­lung des Embryos. Die Schwan­ger­schafts­rate liegt bei einem gesunden Paar bei 25% pro Zyklus. Da die Chancen bei einem Embryo­transfer in der gleichen Grössen­ord­nung liegen, werden oft 2 bis 3 befruch­tete Eizellen pro Transfer empfohlen.

Hyper­sti­mu­la­ti­ons­syn­drom (HSS)
Durch die hormo­nelle Stimu­la­tion kann es zu einer Überfunk­tion der Eierstöcke kommen mit Ansamm­lung von Flüssig­keit im Bauch­raum. Bei zuneh­menden Bauch­schmerzen und einer Zunahme des Bauch­um­fanges sollten Sie sich deshalb unbedingt in der Praxis melden (auch an Wochen­enden oder Feier­tagen). In ganzen seltenen Fällen ist ein Spital­auf­ent­halt nötig (1%).

Körper­liche Auswir­kungen:
Ganz selten werden in der Literatur Verlet­zungen von Darm oder Gefässen bei der Eizel­l­ent­nahme beschrieben. Aus diesem Grund werden Sie nach der Eizel­l­ent­nahme während 20 – 30 Minuten in der Praxis überwacht und betreut. Bei Opera­tionen am Hoden oder bei der Eizel­l­ent­nahme kann es selten zu Infekten oder Blutungen kommen. Die Therapie hat kein erhöhtes Krebs­ri­siko zur Folge. Die Gefahr einer Eileit­erschwan­ger­schaft ist sehr klein und kann bei der Ultra­schall­kon­trolle frühzeitig erfasst und behan­delt werden (meist ohne Opera­tion). Das Fehlge­bur­t­ri­siko (norma­ler­weise 10 – 15% aller Schwan­ger­schaften) ist bei der in vitro Ferti­li­sa­tion und der ICSI-Therapie nicht erhöht. In Abhän­gig­keit von der Anzahl trans­fe­rierter Embryonen kommt es in 10 bis 15% zu Zwillingen. Drillinge kommen in unter 1% vor.

Fehlbil­dungen beim Kind:
Bei einer normal einge­tre­tenen Schwan­ger­schaft liegt das Fehlbil­dungs­ri­siko bei etwa 5% (schwere Missbil­dungen sind in etwa 1% vorhanden). Dieses Risiko ist bei der IVF oder ICSI-Therapie gleich hoch. Da wir bei der ICSI-Therapie auch Männern mit schweren Sperma­ver­än­de­rungen helfen können, ist ein männli­cher Nachkomme oft mit dem gleichen Steri­li­täts­pro­blem konfron­tiert wie sein Vater.

Mehrlings­schwan­ger­schaften: gemäss den gesetz­li­chen Vorschriften dürfen wir max. 3 Embryonen trans­fe­rieren. In der Regel trans­fe­rieren wir 2 Embronen und auf spezi­ellen Wunsch auch nur 1 Embryo (zum Ausschluss einer Zwillings­schwan­ger­schaft).

Fehlge­burten und  Eierleiter-Schwangerschaften: nach einer ICSI-Behandlung mit Embryo­transfer können Eileiter-Schwangerschaften in ca. 3% und Frühge­burten in ca. 15% vorkommen. Die Häufig­keit dieser Ergeb­nisse ist aber nicht grösser als bei allen anderen Schwan­ger­schaften. Bei positivem Schwan­ger­schafts­test ist eine baldige Kontrolle mit Ultra­schall­un­ter­su­chung nach 2 bis 3 Wochen sinnvoll.

Beim Eintritt einer Schwan­ger­schaft: in der Regel prüfen wir 2 Wochen nach Embryo­transfer das Schwan­ger­schafts­hormon im Blut und geben Ihnen am gleichen Tag noch persön­lich über das Resultat Auskunft. Sie sollten den Schwan­ger­schafts­test auch dann durch­führen, wenn eine schwache Blutung begonnen haben sollte (da eine sog. Einnis­tungs­blu­tung auch zu einer Blutung führen kann). Wenn ein Schwan­ger­schafts­test positiv ist, werden wir nach 1 Woche mit Ultra­schall die Anzahl der Frucht­blasen feststellen können und nach 2 Wochen den ca. 1 bis 2 mm grossen Embryo mit der positiven Herzak­tion. In der Regel kontrol­lieren wir die Schwan­ger­schaft alle 2 Wochen. Bei Unsicher­heiten oder Ängsten können Sie sich jeder­zeit für eine Kontroll­un­ter­su­chung melden.

Wir wissen, dass die Kinder­wunsch­be­hand­lung eine extreme Anspan­nung verur­sacht. Aufgrund unserer indivi­du­ellen und persön­li­chen Betreuung bemühen wir uns, Ihnen die Behand­lung so erträg­lich wie möglich zu machen. Bitte teilen Sie uns Ihre Sorgen und Fragen immer mit. Schwierig ist vor allem die Zeit zwischen Insemi­na­tion bzw. Embryo­transfer und Schwan­ger­schafts­test. Wir werden Sie jeweils auch persön­lich am Tag des Schwan­ger­schafts­testes über das Resultat der Therapie (positiver oder negativer Test) infor­mieren. Während der Behand­lung ist es wichtig, den üblichen Lebens­rythmus beizu­be­halten. Stärkere körper­liche Belas­tungen sollten vermieden werden und auf Leistungs­sport soll verzichtet werden. Es ist sehr wichtig, dass das Rauchen bei Frau und Mann gestoppt wird. Zusätz­lich ist eine gesunde Ernäh­rungs­weise und auch ausge­gli­chene Lebens­weise mit genügend körper­li­cher Bewegung wichtig. Bereits zu Thera­pie­be­ginn sollte mit einer Folsäure-Prophylaxe bei der Frau begonnen werden, damit die Neural­rohr­de­fekte (offener Rücken) sowie auch Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und Herzfehler vermieden werden können.

Insemi­na­tion: Die Insemi­na­tionen mit der Hormon­sti­mu­la­tion wird nach Einholen einer Kosten­gut­sprache von den Kranken­kassen für 3 Zyklen übernommen. Bei Errei­chen des 40. Lebens­jahres lehnen die Kassen eine Kosten­be­tei­li­gung ab.

In vitro Ferti­li­sa­tion: Die Ausgaben für die Behand­lung belaufen inkl. Medika­mente, Eizel­l­ent­nahme mit leichter Narkose, Embryo­transfer auf CHF 6’000.00 pro Zyklus. Die Behand­lung wird von der Kranken­kasse nicht bezahlt.

Intra­zy­to­plas­ma­ti­sche Spermain­jek­tion ICSI: Die Kosten für eine ICSI-Behandlung liegen pro Behand­lungs­zy­klus bei CHF 7’000.00. Die Therapie wird von der Kranken­kasse nicht bezahlt.

Tieffrieren und Auftau­zy­klus: Das Tieffrieren von überzäh­ligen Embryonen ist im Preis der IVF bzw. ICSI-Therapie inbegriffen. Beim Auftauen und erneutem Einpflanzen von Embryonen müssen Sie mit CHF 1’000.00 rechnen.

Für gewisse Abklä­rungen und Thera­pie­schritte besteht eine Leistungs­pflicht der Kranken­kasse (z.B. Abstrich­kon­trollen, gewisse Hormon­ana­lysen). Für eine IVF- oder ICSI-Therapie verlangen wir eine Voraus­zah­lung von CHF 4’000.00, damit wir mit der Therapie beginnen können. Nach Therapie-Ende wird Ihnen dann eine Rechnung zugestellt, welche die behand­lungs­pflich­tigen Leistungen beinhaltet. Diese können Sie dann an die Kasse weiter­leiten. Bitte beachten Sie auch, dass die nicht rückver­gü­teten Kosten, welche Sie selbst tragen, von den Steuern abzugs­be­rech­tigt sind. Gerne werden wie Ihnen dazu eine entspre­chende Bestä­ti­gung ausstellen.